Auf den Rollen
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Heftiger Medaillenregen über Solothurn
Liestal, 5. Juni 2005 – Der Asphalt von Liestal scheint dem Solothurner Inline-Nachwuchs zu behagen. Nicht weniger als neun Medaillen konnten an der Inline-Schweizermeisterschaft 2005 „heimgefahren“ werden. Darunter mit Tobias Sterki aus Zuchwil, Yannick Friedli aus Derendingen und Severin Widmer aus Obergösgen auch gleich drei Schweizermeistertitel. Positiv überrascht war der Rollsport-Club Liestal, der als Veranstalter dieser top organisierten Outdoor-Meisterschaft unerwartet viele Jugendliche am Start begrüssen durfte. Anscheinend haben die bisherigen vier Etappen des Inline-Nachwuchs-Cup die jungen Rollenkünstler auf den Geschmack des „Asphalt-Flying“ gebracht und zu einer zahlreichen Teilnahme bewogen.
Spitzenskater aus allen Himmelsrichtungen des Landes liessen es sich nicht nehmen, an der diesjährigen Schweizermeisterschaft der Speedskater in Liestal teilzunehmen. Vor allem die Kugellager des Solothurner Nachwuchses dürften besonders gut geölt gewesen zu sein. Bei den Schülerinnen C holte Jana von Burg aus Selzach mit einer konstant soliden Fahrweise die Bronzemedaille. Die Hyper-Rollen von Tatjana Gyr liefen in der Kategorie Schülerinnen B derart schnell, dass die Konkurrentinnen das Nachsehen hatten. Nach dem Startschuss schlug die grossgewachsene Technikerin ein horrendes Tempo vor, was ihr in den Rennen über 100m (neuer Bahnrekord) und 500m zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg mit komfortablem Vorsprung verhalf. Leider wurde die fürs Inline-Team-Limmattal startende Zuchwilerin durch einen Sturz im 300m-Rennen um den Titel gebracht und musste sich mit dem Vize-Schweizermeistertitel begnügen. Bei den Schülerinnen A zeigte Infanger Sophie, dass ihre Leistungen nach oben zeigen. Die Solothurnerin belohnte sie sich mit der Bronzemedaille gleich selber. Bei den Schüler A wurde Yannick Friedli seiner Favoritenrolle gerecht. Nachdem er im Mai 2005 am internationalen Bahnrennen von Homburg (Deutschland) den Favoriten der Deutschen Meisterschaft in allen Rennen hinter sich lassen konnte, staunte das Publikum nicht schlecht. Der „einheimische“ Zweitplatzierte hatte gegen athletischen Schweizer zwar das Nachsehen, ist aber dennoch zweimal deutschen Landesrekord gelaufen. Dies war nur möglich, weil der Derendinger ein horrendes Tempo vorlegte und sich sein Widersacher aus dem Nachbarland zu diesen fantastischen Rekordfahrten mitreissen lassen konnte. Aufgrund dieser Ergebnisse erstaunt es nicht, dass Yannick Friedli an der diesjährigen Schweizermeisterschaft bei den Schüler A zu oberst aufs Podest steigen durfte und gleich zwei neue Bahnrekorde hinlegte. Erwartungsgemäss feierte Fabian Gyr in der selben Kategorie den Titel als Vize-Schweizermeister. Der Zuchwiler konnte ebenfalls von den Vorbereitungsrennen in Homburg und Gross-Gerau (Deutschland) sowie vom nationalen Trainingslager in Bozen (Italien) profitieren. Der für das Inline-Team Limmattal startende Blondschopf legte zu den übrigen Mitstreitern in allen drei Rennen über 300m, 500m und 1500m einen beruhigenden Abstand vor, mit dem er ungefährdet über die Ziellinie rollen konnte. Der Doppelerfolg der beiden Wasserämter war, wie übrigens bei den bisherigen Rennen am Swiss-Inline-Cup in der Kategorie Kids, wiederum perfekt.
Schnelle Rundenzeiten von Severin Widmer auf der Inline-Bahn
Tobias Sterki zeigte in den Kurzstrecken, wie schnell ihn seine Beine über den Asphalt gleiten lassen können. Bei den Junioren A sicherte er sich den Schweizermeistertitel. Auch wenn er vom Sturz von Severin Widmer profitieren konnte, hatte der Zuchwiler auf eindrückliche Art und Weise gezeigt, dass er zu den ganz schnellen Nachwuchsläufer in der Schweiz gehört. Cornelia Iseli kommt immer besser in Fahrt. Den Vize-Schweizermeistertitel bei den Juniorinnen A sicherte sie sich mit einer kämpferischen Top-Leistung in der Kurz- und Langdistanz. Nur wenige Wimperschläge trennten die Derendingerin vom goldigen Erfolg und mit Sicherheit muss mit ihr in Zukunft gerechnet werden. Ein Aufgebot für die Junioren-EM hat er schon auf sicher. Für die WM in China dürfte es von der Leistung, schlimmstenfalls aber von der finanziellen Unterstützung des Verbandes her nicht reichen. Die Rede ist vom Ausnahmetalent, Severin Widmer. Der Obergösger legte in den Begegnungen bei den Junioren A ein Tempo vor, das den Konkurrenten zu viel abverlangte. Beeindruckend ist der harmonische Bewegungsablauf, der perfekter nicht sein kann. Optimal drückt er in den Kurven gekonnt auf die Rollen, was ihm zur nötigen Beschleunigung verhilft. Der Neffe von Ex-Radprofi Didi Runkel muss Rollenpower im Blut und einen starken Trainingswillen haben. Anders lässt sich seine Dominanz, seine perfekte Technik und die erstaunlich gute Kondition nicht erklären. Die logische Folge seines international anerkannten Könnens war der Gewinn einer Bronzemedaille in den Kurzdistanz trotz eines Sturzes und einer Goldmedaille (Langdistanz) an der diesjährigen Schweizermeisterschaft. Es wäre ihm zu gönnen, wenn er sein sportliches Potential an der WM 2005 in China ebenfalls unter Beweis stellen dürfte. Ein Spitzenrang wird ihm auch unter den besten Inline-Cracks der Welt zugetraut. Die körperlichen und mentalen Voraussetzungen sind vorhanden und die Leistungen hat er in den vergangenen Rennen vom Swiss-Inline-Cup mit Siegen in der Kategorie Fitness unter Beweis gestellt. Aber wer weiss, vielleicht strahlt nach dem Medaillenregen dieser nationalen Meisterschaft ein hell leuchtender Sponsorenstern über dem Solothurner Skaterhimmel und die Erfolgsgeschichte nimmt seinen Fortgang im fernen China.
Siehe dazu Pressebericht [807 KB]
Siehe dazu unter www.rollsportclub-liestal.ch





