inline 2006-2007

WIC St. Moritz

Rollend durchs Engadin

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch lockte 3600 Teilnehmer an den World Inline Cup Engadin. So perfekt die Bedingen waren, so unberechenbar verlief der Marathon zwischen Maloja und S-chanf. Ein Aussenseiter und zwei Schweizer überraschten, die Favoriten blieben grossteils auf der Strecke.

St. Moritz. Die einzige Konstante am World Inline Cup Engadin ist, dass es keine gibt. Der Marathon von Maloja nach S-chanf ist zwar schnellste der Welt und berüchtigt wegen der Abfahrten, aber auch so unberechenbar wie der Rückenwind, der nach Kilometer zwanzig zum Gegenwind werden kann oder plötzliche Wetterumschwünge und Temperaturstürze, wie sie in den Bergen auf 1800 m gang und gäbe sind. Wettertechnisch passierte nichts davon gestern abend, trotzdem gabs wieder dicke Überraschungen. Der Sieger heisst Wouter Hebbrecht, ist Belgier, stand noch nie auf dem Treppchen an einem internationalen Marathon und somit auch nicht auf der Favoritenliste. Die Entscheidung fiel spät, erst auf den letzten Zentimetern: nur mit einem spektakulären Spagatschritt konnte der 24-Jährige seine Rollen vor den Kolumbianer Jorge Botero schieben (54.56,87). Bei den Frauen erfüllte einzig die amerikanische Favoritin Theresa Cliff die Erwartungen. Sie konterte einen Angriff der drei Schweizerinnen Knecht, Weiss und Gloor im Aufstieg nach Pontresina, hielt das Tempo hoch und fuhr in 1:04.25 zusammen mit Teamkollegin Nathalie Barbotin (Fr) einen ungefährdeten Sieg heraus, was die Führung im Weltcup bedeutet. Bronze gewann überraschend die 20-jährige Basellandschäftlerin Nadine Gloor, die vor Pia Knecht (4.) völlig ausgepumpt drei Sekunden später über die Ziellinie rollte – der erste Podestplatz der Bubendorferin an einem Marathon. Gloor fährt so stark und so konstant wie nie zuvor. Ihre einfache Erklärung: "Ich habe die Matur abgeschlossen und nun mehr Zeit für das Training. Ich kann mich voll auf das Inline-Skating konzentrieren." Gerechnet habe sie nicht mit diesem Erfolg, darauf gehofft auch nicht. Und ebenso einfach fällt ihre Antwort auf die Frage aus, wie sie sich nun fühle. "Gut!" (Quelle dieses Textes www.swiss-inline-cup.ch)

Auf den Rollen

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