Luft im Kajak
800 Meter sind lang
Wie lange hat man für 200 Meter Fussweg (Luftlinie)? Genau, rund dreieinhalb Stunden! Doch davon später mehr. Obwohl die Nach für einige recht kurz war, zeigten sie früh am Morgenessen keine Blösse. Speditiv hat der "Männerhaushalt" das Frühstück zubereitet, die Utensilien für den langen Tag gepackt, die Kinder zum Zähneputzen angetrieben und wie geplant ging es dann um 8 Uhr los Richtung Brugg. Dort erwartete uns Pedro Hofer, der zum heutigen Reiseführer und Kajak-Instruktor erkoren wurde. Jan Hofer erzählte uns einiges über den Eisvogel und nun ist wohl allen klar, dass dieser weder bei den Eskimos, noch im Gefrierschrank zu suchen ist.
Unterwegs hat eine Holzbrücke zum Springen und Federn eingeladen. Dass dabei die 1. Hilfeutensilien in den Fluss fallen können, musste Pedro erfahren. Er riss sich sogleich die Kleider vom Leib und jumpte durch die Brennesseln hindurch in den Fluss. Selbstverständlich haben die Papparazzis diese Szene festgehalten und die Bilder von seinem Astralkörper können in der Bildgalerie betrachtet werden. Später zeigten sich die Hochlandrinder von ihrer zahmen Seite und liessen uns über die Wiese passieren (trotz rotem Kinderbuggy). Doch ein weiteres Hindernis stellte sich sogleich in den Weg. Ein kleiner Bach galt es zu bezwingen. Da half ein Baumstamm und der Bugy ist ja auch like a Amphibienfahrzeug. Freude bereiteten wir auch ein paar Jugendlichen, die im Naturschutzgebiet campiert haben. Brüderlich haben wir mit ihnen etwas Trinkbares geteilt. Noch lange haben sie uns nachgewunken und vermutlich mit dieser Geste Danke gesagt...... Sogar Esswaren in Form eines Apfels wurden "verschenkt" und ob diesem Obstsalat im Zimmer wird der Empfänger noch lange seine wahre Freude haben. Nach drei Stunden dann erklärte uns Pedro, dass es luftlinienmässig noch knapp 200 Meter bis zur vorgesehen Burgruine sind. Dort sollten wir dann zu Mittag essen können. Er hat uns aber nicht gesagt, dass wir zuerst über eine Brücke müssen, um ans andere Ufer zu gelangen. Und da lag noch eine gute Stunde Weg vor uns.....
Dafür schmeckten die Grilladen einfach köstlich. Rübis und stübis wurde alles aufgegessen und ausgetrunken. Es reichte noch für ein Versteckis, eh der Weg nach Hause zu Hofers unter die Füsse genommen wurde. Die zeitliche Einschätzung von Pedro stimmte für einmal und innert 10 Minuten waren wir beim Ausgangspunkt für die langersehnten Kajakfahrten. Dies wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle. Tom wagte sich zwischenzeitlich mit den Jüngsten auf eine Kanufahrt und versuchte mehrmals, eine Insel als Pirat einzunehmen. Ebenso musste festgestellt werden, dass beim Aussteigen aus einem Kanu die Sitzbank nicht in der Kniekehlengegend sein sollte. Ein kleiner Ruck und die Kamera wird nass...... Ein herzliches Dankeschön an Pedro und seine Familie, die uns zu einem einmaligen Erlebnis verholfen und ein äusserst bekömmliches Zvieri zubereitet haben. Noch eine kleine Anmerkung zum Thema Luft. In einem Kajak hat es tatsächlich eine Menge Luft drin. Wer's nicht glaubt, mit dem wetten wir gerne um einen Glacé-Cup à Diskretion auf dem Top of Europa (sprich Jungfrau-Joch).